Rezension: „The Flatshare“ von Beth O’Leary

Tiffy and Leon share a bed. Tiffys Freund hat Schluss gemacht (er hat ’ne Neue). Sie muss aus seiner Wohnung ausziehen. Aber eine anständige Bleibe in London kann sie sich mit ihrem Gehalt auch nicht leisten.

Sie hat also drei Optionen:

  • In eine günstige, aber schimmelnde Wohnung ziehen.
  • Sich Geld von ihren Freunden leihen.
  • In das freie Zimmer in der Wohnung ihres gehassten Kollegen einziehen.
  • Ein Bett mit einem Fremden teilen.

Der Fremde ist Leon. Als Krankenpfleger arbeitet er nachts, am Wochenende ist er bei seiner Freundin. Seine Wohnung steht in dieser Zeit leer. Und weil er Geld braucht, um den Anwalt zu bezahlen, der seinen Bruder aus dem Gefängnis holen soll, vermietet er seine Wohnung nun zwischen 17 und 9 Uhr und am Wochenende.

Tiffy and Leon have never met. Eigentlich wollten sie sich bei der Schlüsselübergabe kennenlernen, aber Leon muss Überstunden machen und bittet deshalb seine Freundin, Tiffy zu treffen. Kay will sowieso sehen, mit wem sich Leon da ein Bett teilen will. Mit Tiffy ist sie einverstanden.

Leon und Tiffy beginnen, einander Nachrichten auf Post-Its zu schreiben, und lernen sie so nach und nach kennen, obwohl sie sich auf der Straße nicht erkennen würden.

Und dann… Naja, ihr könnt es euch sicherlich denken.

Romantische Komödie ohne Klischees

Obwohl „The Flatshare“ den typischen Elementen einer romantischen Komödie folgt (Frau, Mann, beide gutaussehend, einer von beiden ist liiert, „Meet cute“, die beste Freundin, Verwechslungen, Hürden, Happy End), ist die Handlung doch unkonventionell – und damit meine ich nicht nur das wohnliche Arrangement.

Romantische Komödien werden ja generell als Chick-Lit, als Bücher für Frauen abgetan. Und oft sind sie nicht besonders anspruchsvoll und fallen in die immer gleichen Muster. Was mir an diesem Roman gut gefallen hat, ist dass er ganz unangestrengt feministisch ist. Leons Freundin wird nicht als unsympathisch abgeschrieben, Tiffy engagiert vollkommen selbstverständlich eine Klempnerin und alle weiblichen Figuren haben nicht nur ein Leben abseits von irgendwelchen Liebesgeschichten, sie unterscheiden sich auch wesentlich voneinander.

Die erste Hälfte des Buchs fand ich wirklich super. Dann hatte ich Gefühl, dass die Stringenz verloren gegangen ist. Tiffy und Leon wirkten plötzlich anders und haben sich nicht mehr so verhalten, wie ich es erwartet habe.

Dazu gab es einige Lücken in der Erzählung und nicht besonders runde Details, die mich stutzig gemacht haben und ich teils unglaubwürdig fand.

Trotzdem habe ich mich während des Lesens immer sehr unterhalten gefühlt und kann „The Flatshare“ jedem empfehlen, der anspruchsvolle romantische Komödien mag.

Über „The Flatshare“

Ich lese englischsprachige Bücher generell im Original. Die deutsche Übersetzung dieses Buchs (von Pauline Kurbasik und Babette Schröder) heißt „Love to share – Liebe ist die halbe Miete“ und erscheint am 13. Mai im Diana Taschenbuch Verlag.

Über Beth O’Leary

Beth O’Leary hat nach ihrem Studium in einem Kinderbuch-Verlag in London gearbeitet und diesen Roman beim Pendeln nach London geschrieben. Derzeit arbeitet sie an ihrem zweiten Buch, das „The Switch Up“ heißen wird. Darin tauschen eine Großmutter und ihre Enkelin für zwei Monate ihre Leben.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.