Rezension: „Ich, Eleanor Oliphant“ von Gail Honeyman

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„Ich, Eleanor Oliphant“ wurde zwei Millionen mal verkauft. „Eleanor Oliphant Is Completely Fine“ (die englische Originalversion) wurde bei den British Book Awards zum Buch des Jahres 2018 gewählt. Jojo Moyes ist ein Fan. Reese Witherspoon macht einen Film daraus. Bookstagram liebt Eleanor.

Ich dachte, ich würde es auch.

Wer ist Eleanor Oliphant?

Eleanor Oliphant ist dreißig Jahre alt, hat Altphilologie studiert und arbeitet in der Buchhaltung. Sie drückt sich äußerst gewählt aus, liest viel und macht gerne Kreuzworträtsel.

Jedes Wochenende trinkt sie zwei Flaschen Wodka.

Nach nur wenigen Kapiteln hat Gail Honeyman ausreichend Hinweise gestreut, dass wir wissen: Eleanor Oliphant ist anders. Sie hat eine Brandwunde im Gesicht und aus dem wöchentlichen Telefonat mit ihrer Mutter erfahren wir, dass Letztere eine Psychopathin ist.

Nicht einfach nur schräg

RezensentInnen und LeserInnen betonen, wie lustig „Ich, Eleanor Oliphant“ sei. Und ja, mit ihrer Realitätsferne, übertrieben gewählten Ausdrucksweise und Unverständnis für das Verhalten ihres Umfelds ist Eleanor zweifellos kein bierernster Charakter. Allerdings konnte ich über diese Dinge nicht herzhaft lachen, weil klar war, dass Eleanor nicht einfach eine ein bisschen schräge Protagonistin ist. Sondern sie deshalb so weltfremd ist, weil ihr ein dramatisches Erlebnis in ihrer Kindheit und das daraus resultierende Trauma ein normales Leben unmöglich gemacht hat.

Ich mochte Eleanor. Sie hat mich mit ihrer kritischen Einstellung gegenüber ihrem Umfeld zum Schmunzeln gebracht, sie tat mir leid, für alles, was sie durchmachen musste, und ich habe mich gefreut, als sie langsam anfing, mehr Freude am Leben zu gewinnen.

Außerdem fand ich es erfrischend, dass Gail Honeyman eine Protagonistin geschaffen hat, die aus schwierigen Verhältnissen stammt, aber dennoch keine Klischees erfüllt.

„Ich, Eleanor Oliphant“ hat mich unterhalten, aber den Hype um das Buch verstehe ich nicht so ganz.


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